Van der Bellen

Mordor...echt jetzt? - Warum gute Sager allein nicht reichen

Die Posse um die Präsidentenwahl geht nun auch bei uns endlich ins Finale. Kommunikationsmäßig immer wieder spannend kämpfen die beiden Kandidaten, die es gewohnt sind, am linken und am rechten Rand ihre Wähler zu begeistern, nun auf ein Mal um die Mitte. Und es ist halt ganz was Anderes die eigenen Sympathisanten zu mobilisieren oder die gesamte Bevölkerung anzusprechen. Weg von der Hausmacht, hin zum Mainstream...keine leichte Aufgabe. Da engagiert man sich flux einen versierten Berater, der einem zeigt, wie man gekonnt das neue Terrain betritt. Nun ja, und dann steht auf ein Mal der Pazifist nebst dem Panzer...Wie authentisch ist das noch, könnte man sich die Frage stellen? Nach vielen dieser Auftritte, die mehr oder weniger souverän absolviert wurden, kam es diese Woche zum „Mordor“-Sager...Kandidat Van der Bellen warnte vor dem Moment, wenn Konkurrent Hofer gewählt werde, Österreich zum Alpen-Mordor verkomme. Der Sager an sich ist großartig – zumindest für uns Herr-der-Ringe-Fans, aber man hat in der Aussage so richtig gesehen und gespürt, wie ihm der markige Spruch von seinem Redenschreiber aufs Aug gedrückt wurde, und er das so gar nicht lebt...der Appendix „wie meine Freunde das sagen“ kam hinzu, ebenso wie das stets wundervoll relativierende „eine Art von“...Ein Sager muss aus tiefster Überzeugung und mit voller Inbrunst über die Lippen kommen, dann sitzt er, dann wirkt er – wenn das nicht ist, sollte man ihn lieber weglassen.