Unser Weltall-Springer und Berufs-Dare-Devil hat es wiedermal geschafft: Er hat perfekt die Rolle des Agent Provocateur gespielt. Kaum einer – naja vielleicht noch unser Volks-Rock’n’Roller – beherrscht dieses Genre so gut wie er. Mir taugt das, ehrlich gesagt. Weil es hier nicht um den Inhalt geht, es geht einzig und allein um die Provokation als Methode in der Kommunikation. Der Inhalt ist sekundär. Zum Provozieren braucht es Mut. Denn Provozieren bedeutet, dass man eine ziemlich dicke Elefantenhaut braucht, weil der Shitshort wird einem gehörig um die Ohren blasen. Und der gute Felix unterstreicht damit seine Kern-Eigenschaft...diejenige, für die er stehen möchte...auch noch Jahre nach seinem letzten mehr oder weniger waghalsigen Abendteuer: Mut. Und deshalb großer Applaus. Sie sind wieder alle auf seine Provokation hineingefallen und in wenigen Wochen weiß niemand mehr, was diesmal das Thema war. Alles, was übrig bleibt: Der Typ ist mutig...Gotcha!
Embrace your Shitstorm...wer weiß, wann er wiederkommt
Er ist gefürchtet, er ist angsteinflößend, er verkörpert die negative Seite der Sozialen Medien wie kaum etwas Anderes: der Shitstorm. Einzig wir Krisenkommunikations-Berater verteufeln ihn nicht, sondern wir sind Stormhunter... Shitstormhunter. Und nicht weil wir ach so wagemutig sind und wahre Daredevils unter der Kommunikatoren, sondern, weil man mitten im Auge des Sturms etwas ausrichten kann...für den Moment oder für später.
Man ist einem Shitstorm nicht vollkommen ausgeliefert, er ist nicht unkontrollierbar, man wird nicht zum hilflosen Spielball der anonymen Masse in den Sozialen Medien. Nein. Es gibt vielleicht keine Shitstorm-Versicherung, und man kann vielleicht nicht aus jedem Shitstorm was Gutes machen. Aber oft gelingt’s. Warum? Jeder Shitstorm hat einen Auslöser, einen vermeintlichen Übeltäter, der für die eine oder andere Äußerung geprügelt wird. Aber irgendwann wird die ganze Geschichte persönlich, untergriffig, „tiaf“ – um es Wienerisch auszudrücken. Der sachliche Grund ist längst in den Hintergrund getreten. Niemand weiß mehr, was der eigentliche Auslöser war, jetzt stehen einzig die Hass-Postings im Raum. Die Solidaritätswelle bricht an, zuerst unter der bestehenden Fancommunity, dann unter jenen, die den armen Geächteten unterstützen und dann jene, die den Geläuterten supporten. Am Ende ist der ursprüngliche Täter als Überlebender des Shitstorms fast zum Opfer mutiert. Er hat aufgeregt, er hat seine Leute an sich gebunden, er hat Publicity, viel Publicity. Mit dieser Publicity kann er jetzt am Image arbeiten...Daher die Moral von der Geschichte, umarme deinen Shitstorm, mach das Beste d’raus, du weißt nicht wann und ob er wiederkommt.