Soziale Medien

Embrace your Shitstorm...wer weiß, wann er wiederkommt

Er ist gefürchtet, er ist angsteinflößend, er verkörpert die negative Seite der Sozialen Medien wie kaum etwas Anderes: der Shitstorm. Einzig wir Krisenkommunikations-Berater verteufeln ihn nicht, sondern wir sind Stormhunter... Shitstormhunter. Und nicht weil wir ach so wagemutig sind und wahre Daredevils unter der Kommunikatoren, sondern, weil man mitten im Auge des Sturms etwas ausrichten kann...für den Moment oder für später.

Man ist einem Shitstorm nicht vollkommen ausgeliefert, er ist nicht unkontrollierbar, man wird nicht zum hilflosen Spielball der anonymen Masse in den Sozialen Medien. Nein. Es gibt vielleicht keine Shitstorm-Versicherung, und man kann vielleicht nicht aus jedem Shitstorm was Gutes machen. Aber oft gelingt’s. Warum? Jeder Shitstorm hat einen Auslöser, einen vermeintlichen Übeltäter, der für die eine oder andere Äußerung geprügelt wird. Aber irgendwann wird die ganze Geschichte persönlich, untergriffig, „tiaf“ – um es Wienerisch auszudrücken. Der sachliche Grund ist längst in den Hintergrund getreten. Niemand weiß mehr, was der eigentliche Auslöser war, jetzt stehen einzig die Hass-Postings im Raum. Die Solidaritätswelle bricht an, zuerst unter der bestehenden Fancommunity, dann unter jenen, die den armen Geächteten unterstützen und dann jene, die den Geläuterten supporten. Am Ende ist der ursprüngliche Täter als Überlebender des Shitstorms fast zum Opfer mutiert. Er hat aufgeregt, er hat seine Leute an sich gebunden, er hat Publicity, viel Publicity. Mit dieser Publicity kann er jetzt am Image arbeiten...Daher die Moral von der Geschichte, umarme deinen Shitstorm, mach das Beste d’raus, du weißt nicht wann und ob er wiederkommt.

Warum Grumpy Cat der neue Charlie Chaplin ist - Oder: Willkommen in der Stummfilm-Ära 2.0

Der Stummfilm...die bahnbrechende Erfindung des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die neue Dimension der Unterhaltung und Charlie Chaplin war ihr unumstrittener Held. Text wurde maximal im Untertitel eingeblendet. Doch die Technologie nahm ihren Lauf und der Stummfilm wurde zu Grabe getragen...dort ruhte er in Frieden für knapp 100 Jahre. Bis Facebook kam und ihn zu neuem Leben erweckte. Facebook zählte letztes Jahr acht Milliarden tägliche Video-Views am Tag. Und jetzt kommt der Hammer: 83 Prozent der Videos werden auf Facebook ohne Ton angesehen. Das Repertoire reicht von idyllischen Reisevideos von fernen Südseeinseln über entschlossene Wahlkampfauftritte von Hillary Clinton bis hin zu den allerorts beliebten und gleichermaßen mieselsüchtigen wie kuscheligen Katzen. Und die Filmemacher stehen wieder vor der Herausforderung, wie transportiere ich Inhalte ausschließlich mit Bildern, ohne Text...Denn: Text kann nur eingeblendet werden...weil man muss ja davon ausgehen, dass das Video ohne Ton abgespielt wird. Man könnte nun meinen, wir regredieren in den Sozialen Medien... Nein, sagen wir einfach, es ist irgendwie retro...

 

"Wow, wie lässig" oder I like - was soziale Medien mit sozialer Kompetenz zu tun haben

Die einen diskutieren wild auf Twitter, die anderen posten ihre perfekten Gym-Selfies auf Instagram, die nächsten teilen ihren Status auf Facebook und informieren so ihre Freunde oder eben Facebook-Freunde über ihren Gesundheits-, Geistes- und Gemütszustand. Die einen haben viele Fans, die anderen werden aufs Dinglichste ignoriert. Warum? Warum finden sich die einen in der Welt der sozialen Medien so gut zurecht und die anderen so gar nicht? Und es gibt noch immer jene, die nicht so recht wissen, was sie da tun sollen? Alles ganz simpel. Soziale Medien sind nichts anderes als eine eigene soziale Umgebung – wie eine Bürogemeinschaft, ein Tennisclub oder ein Stammtisch. Und damit ist das Geheimnis gelüftet: Menschen mit sozialer Kompetenz und genügend Empathie können sich in der einen wie in der anderen Welt zurechtfinden. Wer am Egotrip ist und einen auf hoffnungsloser Selbstdarsteller macht, wird in der einen wie in der anderen Welt nicht rasend beliebt sein. Wer die sozialen Medien als Dialogmedien versteht – was sie eigentlich sind – und dort wie im analogen Leben interagiert, wird hier wie dort geschätzt. Drum lass uns die Urlaubsfotos von den Malediven liken und die Berg-Pics von der Himalaya-Expedition kommentieren...so wie wir einst beim Dia-Abend die Bilder unserer Freunde mit „wow, is das lässig...da warst du?“ kommentiert haben – und freuen wir uns, wie kurzweilig Facebook-Checken im Vergleich zu Dia-Abenden ist... 

Warum mich ein Feuerzeug in der Hosentasche nicht aus dem Konzept bringt

Eine exakte Wissenschaft ist die PR ja nicht unbedingt. Hört man dem einen oder anderen Kollegen zu, wird viel „geglaubt“ und „gedacht“ – dementsprechend schwer ist oft die Argumentation, weil sie auf Glauben und Denken beruht und nicht auf Zahlen und Fakten. Und deshalb hol ich mir gern eine wissenschaftliche Grundlage durch Studien und Umfragen, lese fleißig Statistiken und beschäftige Markt-und Meinungsforscher. Aber das ist manchmal auch so eine Sache.

Kürzlich wurde ich tatsächlich mit einem – nennen wir es Paper – konfrontiert, das die Sozialen Medien in der B2B-Kommunikation als vollkommen irrelevant bezeichnet. Der Inhalt steht im krassen Gegensatz zu dem, was so zirka alle anderen Studien sagen und von dem ich überzeugt bin. Reflexartig habe ich zu allererst eine Abwehrhaltung eingenommen, doch dann kam die Skepsis: „Kann es sein, dass das alles nur ein Hype ist, keine Relevanz hat und wirklich nur für Consumer-Kommunikation genutzt werden kann?“  Kurzum: Nein. „Beweisen“ und „belegen“ kann man einfach alles, wirklich alles, und wir dürfen bei keiner Studie, Umfrage und Untersuchung vergessen, sie mit Verstand zu lesen. Mein Lieblingsbeispiel: Menschen, die immer ein Feuerzeug in der Hosentasche tragen, sterben öfter an Lungenkrebs. Vollkommener Humbug und gleichzeitig wissenschaftlich mit einer Studie belegbar. Natürlich sind sie Raucher und sterben deswegen an Lungenkrebs, weil wer trägt sonst permanent ein Feuerzeug in der Hosenstasche? Damit zum heutigen Finding: Ich lass mich vom Feuerzeug in der Hosentasche nicht aus dem Konzept bringen und bin weiterhin davon überzeugt, dass wir die Sozialen Medien in der B2B-Kommunikation berücksichtigen müssen.

Kein Platz für Kassandra - warum die Digitalisierung Freude und nicht Angst verbreiten sollte

Sie ist scheinbar überall. Sie ist das neue Schreckgespenst der Pessimisten, Zukunftsverweigerer und Gewerkschafter: Die Digitalisierung. Die Digitalisierung wird derzeit für schier alles verantwortlich gemacht. Besonders für die Arbeitslosigkeit. Alles nur eine Frage der Zeit, bis Roboter Menschen ersetzen. Ich bin nicht aus der IT-Branche und habe kein Tech-Start-up, und ich finde die Digitalisierung einfach großartig. Nicht nur, dass sie die Arbeit erleichtert, mein Leben bereichert und einfach neue Möglichkeiten eröffnet. Sie trägt in vielerlei Hinsicht dazu bei, dass PR eine wesentlich interessantere und aufregendere Disziplin wurde und weiterhin werden wird. Wieso? Mal davon abgesehen, dass sowohl die klassischen Online-Medien als auch die sozialen Medien die Spielwiesen und Spielweisen der PR-Pros verändert haben, zeigt uns die Digitalisierung, dass sie den Menschen mehr denn je fordert. Und zwar im kreativen Denken. Die kreative Leistung ist etwas, das ein Computer nie ersetzen kann. Im Gegenteil die Digitalisierung ist auf die Kreativität des Einzelnen angewiesen. Deswegen – allen Kassandra-Rufen zum Trotz – heißen wir die Digitalisierung in unserer Arbeitswelt und in der PR-Welt willkommen. Sie erleichtert uns das Alltägliche und fordert uns im Besonderen, in unserer Kreativität!