Coverage

Die Unberechenbaren - über perfektes Timing, reinen Zufall und das Quäntchen Glück

Diese Story wird fliegen: Content bis zum Abwinken, in perfektem Storytelling verpackt, echten Newswert ausgearbeitet. Alles einfach richtig gemacht. Die Coverage ist gesichert, die Medien-Clippings, Postings und Anfragen werden nur so reinprasseln...Nein, nicht unbedingt. Denn neben all der Professionalität in der Aufbereitung der Geschichte gibt es einen weiteren Faktor, der ein richtiger Spielverderber werden kann: Das Timing! Ja, wir können den Redaktionsschluss recherchieren, die Liste mit Sonderthemen erstellen, einfach unsere Hausaufgaben in Sachen perfektes Timing machen, und dann war’s noch immer der falsche Zeitpunkt. Die Medienlandschaft ist lebendig, es ist nicht alles rational und berechenbar. So viele Faktoren können zum Erfolg oder Misserfolg führen: Breaking News, die alle Redaktionspläne durcheinander würfeln und von einer Sekunde auf die andere die sozialen Medien beherrschen, die Laune oder das persönliche Interesse des Chefs vom Dienst...im richtigen Moment am richtigen Ort sein, ist Teil des Erfolgs...Glück gehört eben auch dazu...und Glück ist irgendwie unberechenbar...

Das Zugpferd - damit aus dem Showact nicht der Showstopper wird

Manchmal gibt es Dinge, die sind per se nicht wahnsinnig aufregend. Zu alltäglich, zu wenig Newswert, zu banaler Content... Das macht uns PR-Pros das Leben nicht rasend leicht. Denn bei diesen Geschichten nutzen keine Storytelling-Skills, überbordender Charme oder kreative Platzierungs-Ideen, um die gewünschte Coverage zu erlangen. Aber wir geben nicht auf und suchen einen Magic Moment, einen Aufhänger...ein Zugpferd muss her! Das Zugpferd soll den nötigen Glamour verleihen...das Zugpferd wird der Aufhänger...das Zugpferd wird die Blicke, die Fotografen und Kameras auf sich ziehen! Ja, das funktioniert. Nur ganz unproblematisch ist dies nun auch wieder nicht. Denn: Was ist, wenn nur ausschließlich vom Zugpferd berichtet wird und der eigentliche Inhalt, den wir doch nur aufputzen wollten, irgendwie nicht mehr vorkommt?. Dann wird flux aus dem Showact der Showstopper. Das muss aber nicht sein...denn wenn das Zugpferd zum Unternehmen, zur Message, zum Event passt, dann kappt’s auch mit der Coverage – für alle.

 

 

Denn wir haben nur ein Ziel, das Unternehmensziel - warum PR nicht zum Selbstzweck verkommen darf

Es liegt in der Natur der Dinge, dass jeder seine Branche, seinen Berufszweig, seine Aufgabe als Nabel der Welt betrachtet. „Ohne meinen Beitrag würde die Company einfach nicht laufen“... der Controller sagt, es geht nur um die Zahlen, der Verkäufer, es geht nur um die Lead-Generation, der HR-Chef, es geht nur um die Mitarbeiter, und für den PR-Verantwortlichen dreht sich die Welt um Coverage, Clippings, Postings und Medien-Präsenz. Was wir dabei gern aus den Augen verlieren, ist der eigentliche Sinn und Zweck. Kommunikation ist Mittel zum Zweck und nicht Selbstzweck. Das Kommunikationsziel muss vom Unternehmensziel abgeleitet werden. Das wird in der Hitze des Gefechts oder einfach im schnöden Alltag gern vergessen. Wo will ich mit der Company hin, in welche Richtung möchten wir sie ausrichten und weiter entwickeln, wer ist meine Zielgruppe... Und: Welchen Beitrag kann die PR auf diesem Weg leisten? Das macht nach meiner tiefsten Überzeugung eine erfolgreiche Kommunikation aus. Sonst schießen wir uns selbst ins Out...