Instagram

Wie im Bilderbuch - über meine schöne heile Welt auf Instagram

Ich konsumiere richtig viele Medien...irgendwie logisch bei meiner Profession...ich werd ja fürs Zeitunglesen bezahlt, wie böse Zungen meinen. In letzter Zeit mach ich das immer weniger gern. Warum? Weil ich ganz schlecht mit der überbordenden Negativpresse zurecht komme. Die ZiB 1, Die Presse und Der Standard sind voll von Syrienkrieg, Terror-Attacken in St. Petersburg, in Stockholm, Zankereien in der Bundesregierung. In den Wirtschaftsmedien ist die Stimmung nicht viel besser, die Roboter nehmen uns die Arbeit weg, Artificial Intelligence übernimmt die Macht. In meinem Facebook-Newsfeed kommen in Echtzeit die neuesten Schauermeldungen hinein. Man muss schon eine wahre Frohnatur sein, um da nicht depressiv zu werden und zur Jack Daniels-Flasche zu greifen. Ganz anders dagegen ist die schöne heile Welt auf Instagram. Eine wundervolle Parallelwelt tut sich hier auf...ich folge Ultraläufern aus San Diego, Bergsteigern aus den Dolomiten, Aussteigern auf ihren Weltreisen, Sportbrands, die neue Leggins, Shorts, Shirts & Running-Shoes auf den Markt und an den Mann bringen wollen. Ein Wow-Effekt jagt den nächsten. Lauter lachende Gesichter. Menschen, die ihre Milage posten, ihre Overnight-Oats zubereiten und ihr neues Tattoo stolz präsentieren. Und genau dafür liebe ich dieses Medium, es zeigt die schöne Seite dieser Welt...schonungslos...bedingungslos...eben wie im Bilderbuch <3 <3 <3 

#simplicity - Kommunikation wird immer einfacher und warum das so schwierig ist

„Kannst du mir das in drei Sätzen runterbrechen“...Was heißt das im Klartext?...Was ist die Essenz?...die ausführlichen Beschreibungen und Berichte in epischer Breite wurden schon lang durch Management-Summaries & Co ersetzt. Mit dem Siegeszug der sozialen Medien ist die Entwicklung noch einen Schritt weitergegangen und fordert uns Kommunikatoren erneut heraus. Der Leser – falls Leser hierfür noch das richtige Wort ist – will auf einen Blick, am besten in einem Wort die Message geliefert bekommen. Jetzt heißt’s die Geschichte in 140 Zeichen, in einem Bildtext, einem Facebook-Post oder in einem Instagram-Hashtag unterzubringen. In einem Hashtag die Story erzählen? Puh, nicht so leicht...aber nicht unmöglich...Wir müssen nur das machen, was wir immer schon gemacht haben: simplifizieren...die Story eindampfen...die richtigen Worte...pardon: das richtige Wort finden...und einen Hashtag davor setzen...#longstoryshort

 

"Wow, wie lässig" oder I like - was soziale Medien mit sozialer Kompetenz zu tun haben

Die einen diskutieren wild auf Twitter, die anderen posten ihre perfekten Gym-Selfies auf Instagram, die nächsten teilen ihren Status auf Facebook und informieren so ihre Freunde oder eben Facebook-Freunde über ihren Gesundheits-, Geistes- und Gemütszustand. Die einen haben viele Fans, die anderen werden aufs Dinglichste ignoriert. Warum? Warum finden sich die einen in der Welt der sozialen Medien so gut zurecht und die anderen so gar nicht? Und es gibt noch immer jene, die nicht so recht wissen, was sie da tun sollen? Alles ganz simpel. Soziale Medien sind nichts anderes als eine eigene soziale Umgebung – wie eine Bürogemeinschaft, ein Tennisclub oder ein Stammtisch. Und damit ist das Geheimnis gelüftet: Menschen mit sozialer Kompetenz und genügend Empathie können sich in der einen wie in der anderen Welt zurechtfinden. Wer am Egotrip ist und einen auf hoffnungsloser Selbstdarsteller macht, wird in der einen wie in der anderen Welt nicht rasend beliebt sein. Wer die sozialen Medien als Dialogmedien versteht – was sie eigentlich sind – und dort wie im analogen Leben interagiert, wird hier wie dort geschätzt. Drum lass uns die Urlaubsfotos von den Malediven liken und die Berg-Pics von der Himalaya-Expedition kommentieren...so wie wir einst beim Dia-Abend die Bilder unserer Freunde mit „wow, is das lässig...da warst du?“ kommentiert haben – und freuen wir uns, wie kurzweilig Facebook-Checken im Vergleich zu Dia-Abenden ist... 

KEEP CALM AND PR ON - in der alten und der neuen Medienwelt

Ich weiß gar nicht, wann das angefangen hat...Ich denke mit der Jahrtausendwende...Es gab auf einmal Trend- und Zukunftsforscher wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Jeder wollte nur mehr Early Adopter sein – von eh wurscht was. Zukunft vorhersagen und Trends sofort mitmachen war und ist State-of-the-Art. Weil jeder will der Erste gewesen sein. So verhält es sich auch in der PR. Aktuell ist es Snapchat. Vor ein, zwei Jahren war’s Instagram...undsoweiterundsofort. Weil, Facebook ist sowas von gestern und Instagram, naja, Instagram, die haben ja auch nicht mehr die Wachstumsraten. Und klassische Medienarbeit? Wozu das denn? Print, Radio und TV sind doch schon längst tot. Alle überschlagen sich so gern damit, was jetzt der angesagte Medientrend ist. Was MAN jetzt unbedingt machen muss, um die Influecer zu erreichen und die Marke möglichst trendy zu positionieren. Also bevor ich jetzt zum Snapchat-Junkie mutiere und meinen lieben Kunden einen Snapchat-Account einrichte, schau ich mir gern noch mal die Zahlen an. Und ja, es sind über drei Millionen Österreicher auf Facebook und fern g’schaut wird immer noch und vor dem Ö3-Wecker gibt’s kein Entkommen. Ich denke, jedes Medium – neu wie alt – hat heute seine Relevanz, seine Zielgruppe und seine Bedeutung. Wir müssen in der PR alle bedienen können. Die Landschaft ist einfach nur vielfältiger und viel aufregender geworden. Das ist alles kein Grund sich hysterisch wöchentlich auf neue Medien zu stürzen – Keep calm and PR on.